Leonhard Euler - 1748
Sei p(x) eine Funktion, die zu einer gegebenen reellen Zahl x die Anzahl der Primzahlen angibt, welche kleiner oder
gleich dieser reellen Zahl x sind. Weiterhin sind die Primzahlen in aufsteigender Größe nummeriert
P = {p1, p2, p3, ...} und
der natürliche Logarithmus sei definiert als:
.
Aus dem Vergleich der Funktion f(t) = 1/t und einer oberen Treppenfunktion (siehe Abbildung) erhält man für
n kleiner/gleich x kleiner/gleich n + 1 den Ausdruck:
,
wobei die Summe aus den natürlichen Zahlen m gebildet wird, welche nur Primfaktoren p kleiner/gleich x enthalten.
Da nun jede Zahl m auf eindeutige Weise als ein Produkt der Form:
geschrieben werden kann, ist ersichtlich, daß die Summe gleich
ist. Die Summe in der Klammer ist eine geometrische Reihe mit dem Faktor 1/p und daraus läßt sich:
ableiten. Nun ist pk größer / gleich k + 1 und daher erhalten wir:
.
Daraus ergibt sich dann folgende Ungleichung:
.
Bekanntlich ist die Funktion log x nicht beschränkt und daraus folgt dann, daß die Funktion p(x) auch
unbeschränkt sein muß und daher existieren unendlich viele Primzahlen.
Martin Aigner, Günther M. Ziegler,
Das BUCH der Beweise,
Springer-Verlag 2002
Martin Aigner, Günther M. Ziegler,
Proofs from THE BOOK,
Springer-Verlag 1998
Leonhard Euler,
Introductio in Analysin Infinitorum,
Tomus Primus, Lausanne 1748; Opera Omnia, Ser. 1, Vol. 8

letzte Änderung: 14.04.2002
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